Das Schlaffenster wurde verpasst. Das Schlaffenster ist der Zeitraum, in dem dein Baby optimal müde ist, also bereit, einzuschlafen, ohne übermüdet zu sein. Dieses Fenster ist bei jungen Babys oft nur sehr kurz, manchmal 20 bis 30 Minuten. Wird es verpasst, setzt die Cortisolausschüttung ein, und dein Baby wirkt trotz Erschöpfung plötzlich wieder aufgedreht und aufgeweckt. Viele Eltern interpretieren das fälschlicherweise als Zeichen, dass das Kind noch nicht müde ist.
Einschlafassoziationen fehlen oder funktionieren tagsüber nicht. Viele Babys schlafen abends mit bestimmten Ritualen ein, haben für den Tagschlaf aber keine verlässliche Routine. Ohne ein wiederkehrendes Signal, das dem Körper sagt: jetzt ist Schlafenszeit, ist es für das Baby schwieriger, tagsüber in den Schlaf zu finden. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist für kleine Kinder nicht so selbstverständlich wie für Erwachsene.
Überreizung durch zu viel Stimulation. Babys nehmen ihre Umgebung intensiv wahr. Zu viele Eindrücke, zu viele Geräusche, zu viel Bewegung kurz vor dem Hinlegen machen das Abschalten schwierig. Besonders aktive Vormittage mit Spielgruppen, Einkäufen oder viel sozialer Interaktion können dazu führen, dass ein Baby zwar erschöpft, aber gleichzeitig innerlich so aufgewühlt ist, dass es keinen Zugang zum Schlaf findet.
Zu viel Helligkeit oder Unruhe in der Schlafumgebung. Tagschlaf findet naturgemäß bei Tageslicht statt, und helles Licht signalisiert dem Körper Wachsein. Abgedunkelte Räume helfen Babys erheblich dabei, auch tagsüber in einen erholsamen Schlaf zu finden. Viele Eltern unterschätzen diesen Faktor.
Die kurze 45-Minuten-Falle. Babys schlafen in Zyklen von etwa 45 Minuten. Am Ende eines solchen Zyklus wachen sie kurz auf, ähnlich wie wir als Erwachsene, und schlafen dann im besten Fall selbstständig wieder ein. Kann ein Baby das noch nicht, wacht es nach jedem Zyklus vollständig auf und der Tagschlaf bleibt kurz. Das ist ein Zeichen, dass dein Kind das selbstständige Wiedereinschlafen noch lernen muss.