Babys schlafen anders als Erwachsene. Während ein Schlafzyklus bei uns 90 bis 120 Minuten dauert, durchlaufen Babys deutlich kürzere Schlafzyklen. Ein Schlafzyklus dauert bei einem Baby etwa 45 bis 60 Minuten. Bei jedem Schlafphasenwechsel, aber auch bei jeder Schlaftiefenveränderung kann das Kind aufwachen.
Wenn dein Baby nachts jede Stunde aufwacht, kann das also schlicht bedeuten, dass es am Übergang zwischen zwei Schlafzyklen oder bei Schlaftiefenveränderung Unterstützung sucht. Besonders dann, wenn es beim Einschlafen bestimmte Bedingungen hatte – zum Beispiel Stillen, Tragen oder Schaukeln –, die stark an das elterliche Zutuen geknüpft sind, behindert dies die eigenregulatorischen Fähigkeiten des Kindes und es braucht die gewohnten Hilfen beim nächtlichen Aufwachen wieder.
Hinzu kommen Entwicklungsschübe, Zahnen, Wachstum, neue motorische Fähigkeiten oder emotionale Verarbeitung. Babys lernen jeden Tag unglaublich viel. Ihr Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Nächtliches Aufwachen ist oft kein „Problem“, sondern ein Zeichen von Entwicklung.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du die Situation einfach aushalten musst. Es heißt vielmehr, dass wir genauer hinschauen dürfen. Ein Kind, das noch keine ausreichenden eigenregulatorische Fähigkeiten entwickelt hat, braucht Hilfe dabei diese Fähigkeiten zu erlernen. Diese Hilfe soll es unbedingt bekommen.